Ásgarðr
Wohnsitz der Æsir — Odin, Thor, Frigg. Die Götterburg mit Walhall, dem Saal der Gefallenen.
NORDISCHE MYTHOLOGIE
Eine Reise durch die Welt der Götter, Riesen und des Weltenbaums.
Von Yggdrasil bis Ragnarök — was die Wikinger glaubten, bevor die Welt unterging.
Die Neun Welten entdecken ↓DER WELTENBAUM
Yggdrasil ist die große Esche, die alle Neun Welten der nordischen Kosmologie zusammenhält. Seine Krone reicht bis nach Ásgarðr, seine Wurzeln tauchen in Eis, Feuer und das Reich der Toten.
An seinen Wurzeln nagt der Drache Níðhöggr, der Drachenfraß; das Eichhörnchen Ratatoskr läuft zwischen Krone und Wurzel und trägt Botschaften; die Ziege Heiðrún spendet Met, und drei Hirsche — Dáinn, Dvalinn, Ánarr — knabbern an seinen Blättern.
Wohnsitz der Æsir — Odin, Thor, Frigg. Die Götterburg mit Walhall, dem Saal der Gefallenen.
Heimat der Vanir — Freyja, Freyr, Njord. Götter der Fruchtbarkeit, des Meeres und der Magie.
Reich der Lichtelfen. Frey, der fruchtbare Gott, erhielt es als Zahngeschenk.
Die Welt der Menschen. Aus vier Stützen erbaut, die Götter selbst halten die Himmelskuppel.
Reich der Riesen — jenseits von Midgard, durch Flüsse und Mauern getrennt. Urheimat der Bedrohung.
Heimat der Zwerge. In Fels und Erde verborgen, geschickte Schmiede von Thors Hammer und Odins Speer.
Feuer im Süden. Heimat der Feuerriesen unter ihrem Fürsten Surtr, der bei Ragnarök die Welt verbrennt.
Eis und Nebel im Norden. Urbrunnen, aus dem die ersten Tropfen Leben entspringen.
Reich der Toten, regiert von Hel — halb blau, halb fleischfarben. Wer nicht im Kampf fiel, kommt hierher.
DIE GÖTTER
Die Æsir sind die kriegerischen Himmelsgötter; die Vanir sind die göttlichen Hüter von Fruchtbarkeit, Meer und Frieden. Beide Stämme kämpften einst gegeneinander und versöhnten sich durch Geiseltausch.
Allvater, Götterkönig
Hangar an Weltwissen. Zwei Raben (Huginn, Muninn), zwei Wölfe (Geri, Freki), das achtbeinige Ross Sleipnir. Gab ein Auge für einen Trunk aus Mímirs Brunnen.
Donnergott, Beschützer
Hammer Mjölnir, Gürtel Megingjörð, die Ziegen Tanngrisnir und Tanngnjóstr. Verteidigt Midgard gegen die Riesen.
Odins Gattin, Herrin des Hauses
Kennt die Schicksale, schweigt aber darüber. Spinnt Wolken und webt Frieden.
Der Trickster
Blutsbruder Odins, Vater von Sleipnir, Fenrir, Jörmungandr und Hel. Hilfreich und verheerend zugleich.
Gott der Ehre und des Krieges
Opferte seine rechte Hand, als die Götter Fenrir mit dem seidenen Band Gleipnir fesselten.
Der Wächter
Sieht hundert Meilen weit und hört das Gras auf der Erde wachsen. Bläst bei Ragnarök die Gjallarhorn.
Der Schöne, der Lichte
Sohn Odins und Friggs, geliebtester aller Götter. Stirbt durch den Mistelzweig, den Höðr wirft.
Gott der Dichtkunst
Spricht in Versen; die Skalden trinken aus seinem Horn.
Hüterin der Jugendäpfel
Die Æsir bleiben jung, solange sie in ihrer Obhut sind.
Göttin der Liebe und Schönheit
Fährt im Wagen, gezogen von Katzen. Trägt das Halsband Brísingamen. Empfängt die Hälfte der Gefallenen in Fólkvangr.
Gott der Fruchtbarkeit
Besitzt das faltbare Schiff Skíðblaðnir und ein goldenes Eberhaupt, das von selbst kämpft.
Gott der See und der Schifffahrt
Beruhigt die Wogen und spendet reichen Fischfang.
SCHÖPFUNG
Vor den Neun Welten lag Ginnungagab, der leere Raum zwischen Muspelheim im Süden und Niflheim im Norden. Funkenflug und Eis trafen sich dort, und aus dem Schmelzwasser entstand Ymir, der Urriese.
Ymir wurde größer und größer, und aus seinem Schweiß entsprangen weitere Riesen. Die ersten Götter — Buri und später dessen Sohn Borr mit der Riesin Bestla — waren seine Feinde. Schließlich töteten Odin, Vili und Vé den Urriesen und erschufen die Welt aus seinem Körper:
Aus den Maden, die in Ymirs Fleisch krochen, entstanden die Zwerge; am Strand fanden Odin, Hönir und Lodur zwei Baumstämme — Ask und Embla — und gaben ihnen Atem, Geist und Blut. So wurden die ersten Menschen.
RAGNARÖK
Die Völuspá, das Seherinngedicht, beschreibt drei Winter ohne Sommer (Fimbulwinter), in denen Mord und Verwandtenmord einander nicht mehr unterscheiden. Die Welt bereitet sich auf ihr Ende vor.
Loki und seine Kinder brechen ihre Fesseln: der Wolf Fenrir, die Weltenschlange Jörmungandr, und aus Helheim steigt Hel mit einem Schiff aus Totennägeln. Surtr führt die Muspelheimer über die zerbrochene Regenbogenbrücke Bifröst.
Auf dem Feld Vígrið stehen sich Götter und ihre Widersacher gegenüber. Odin wird vom Wolf verschlungen; Thor tötet die Schlange und fällt neun Schritte später von ihrem Gift; Heimdall und Loki töten sich gegenseitig. Surtr fegt mit seiner Flamme über die Welt, und die Erde versinkt im Meer.
Aber die Geschichte endet nicht dort. Eine neue, grüne Erde steigt aus dem Wasser. Baldr kehrt zurück, und eine Fruchtbarkeit kehrt ein, die die Alte übertrifft. Die Götter finden sich wieder — die Hoffnung lebt weiter.
SCHICKSAL & WEISHEIT
Am Brunnen Urdbrunnen, unter einer der Wurzeln Yggdrasils, sitzen die drei Nornen und weben das Schicksal:
Auch die Götter stehen unter ihrem Urteil. Selbst Odin kann den Faden nicht zerreißen, der Baldrs Tod bedeutet.
Die Runen, die Odin in neun Tagen und Nächten am Weltenbaum hängend empfing — ohne Speise, ohne Trank, ein Auge als Pfand — sind nicht nur Schrift. Sie sind Träger kosmischer Kräfte: Heilung, Schutz, Wahrheit, Schicksal.
QUELLEN
Diese Seite gibt einen groben Überblick und ist keine wissenschaftliche Ausgabe. Die Edda-Tradition ist vielfältig und widersprüchlich — was hier steht, ist eine von mehreren möglichen Lesarten.